Hormontherapie

Die weiblichen Geschlechtsorgane, zu den im äußeren Bereich die auch die Scheide zählt, der Beckenboden, die Harnblase und der untere Harntrakt sind Strukturen, die hormonabhängig sind. Bei einem Hormonmangel, vor allem bei einem Östrogenmangel, kann es leicht zu Entzündungen des Harn- und Genitaltrakts kommen. Durch den Mangel kann es auch zu einem Verlust der Spannung in der Blase und der Harnröhre kommen. Dies wiederum kann häufig zu einer Inkontinenz (unwillkürlicher Harnverlust) führen. Deshalb empfehlen wir oft zu Beginn ein jeder Behandlung einer Inkontinenz eine lokale, d.h. durch die  Scheide durchgeführte, Hormonbehandlung der Strukturen die an der Enstehung einer Inkontinez beteiligt sind.

Die Hormone können in Form eines Vaginal-Scheiden-Zäpfchens, einer Vaginal-Creme oder in Form einer Tablette in die Scheide eingeführt werden. Anwendungsform und Dosierung werden individuell angepasst und mit Ihrem behandelndem niedergelassenen Frauenarzt abgesprochen.

Für die rein örtliche Behandlung wird Östriol verwendet. Östriol gehört zu den weiblichen Geschlechtshormonen. Ganz im Gegensatz zu Östradiol, hat es keine Wirkung auf die Gebärmutter und auf das Knochensystem. Es treten normalerweise keine vaginalen Blutungen auf. Allerdings bietet es auch keinen Osteoporoseschutz (Schutz vor Knochenschwund) und hat keinen positiven Einfluss auf den Fettstoffwechsel.

Östriol verbessert die Durchblutung und den Aufbau der Gewebe im unteren Genital (Harnröhre, Blase und Scheide) und fördert ein normales Scheidenmilieu. Es ist deshalb ein unverzichtbarer Bestandteil der konservativen Therapie bei Harninkontinenz, zur Vorbeugung von Geschwüren während einer Pessartherapie und ganz wichtig zur Vorbehandlung vor einer Inkontinenz- oder Senkungsoperation. Daneben wird die Frequenz der Drangsymptomatik, von vulvovaginalen Beschwerden (Juckreiz, trockene Scheide), Harnwegsinfekten und Dyspareunien (Schmerzen beim Geschlechtsverkehr) reduziert.
Diese Therapieform eignet sich zur Therapie einer Stressharninkontinenz, einer Dranginkontinenz oder von Mischformen.